REISEKALENDER

„Der Tod muss ein Wiener sein“, lautet eine bekannte Redewendung. A Bankl reiß‘n, die Potsch‘n streck‘n, die Bock aufstön…Im wienerischen Idiom gibt es eine bunte Sammlung an Ausdrücken, die den Moment des Dahinscheidens beschreiben und dessen Bedeutung für die WienerInnen einmal mehr   unterstreichen. Dieses besondere Verhältnis zwischen dem Tod und Wien findet seit vielen Jahrzehnten seinen Ausdruck in der „schenen Leich“, im Kult rund um prunkvolle Bestattungen, dem sogenannten „Pompfünebrieren“, rund um Friedhöfe und rund um vieles an Skurrilitäten. Doch auch dieser Kult unterliegt in Zeiten des allgegenwärtigen Internets einem immer größeren Wandel, der auf spannende Weise jenen unserer heutigen Gesellschaft widerspiegelt. Kein geringerer als Wiens bekanntester Funeralexperte führt Sie aus verschiedensten Perspektiven persönlich durch das Thema – historisch, kunsthistorisch bis humoristisch – vom funeralen Habsburgerprunk bis zum digitalen Sensenmann. Der Besuch der Ehrengräber am in seinen Dimensionen gewaltigen Zentralfriedhof, der Grabstätten der „Namenlosen“ an der Donau, der ehrwürdigen „Kaisergruft“ in glanzvoller Morbidität, des „Narrenturms“, der wohl merkwürdigsten Institution der europäischen Museumslandschaft, sowie des digitalen Bestattungsmuseums mit allen aktuellen Trends von heute   schafft Einblick. Wie auch die Führung durch die ehrwürdige "Kaisergruft" und besondere Stätten der Innenstadt, zu der die Buchautorin Gigi Beutler lädt.  All dies zeigt letztendlich die Lebendigkeit von Wien durch ihren besonderen Umgang mit den „letzten Dingen“ und dem „Danach“.

Freitag, 14. bis Samstag, 15. Oktober 2022

Wien und die letzten Dinge

„Reich an schönen Bergen und noch mehr an Flüssen und klaren Brunnen“, so äußerte sich vor beinah 900 Jahren der berühmte Poet Giovanni Boccaccio über die Wasserläufe in Friaul. Zum selben Ergebnis kommt man wohl auch heute und wird feststellen, dass es unter ihnen sehr unterschiedliche Charaktere gibt. Wild, stürmisch und ausufernd treten sie aus den Bergen der Karnischen und Julischen Alpen, ändern in der Ebene ihr Tempo und strömen gemächlich und majestätisch dem Meer zu. So mancher jedoch entspringt in der weiten Ebene und quillt in Form kleiner Rinnsale aus dem Boden, die sich zu einem Fluss vereinen. So auch die Stella, die kleine Schwester des Tagliamento.  Von ihrer Quelle in der sehr feuchten “Fontanili-Zone“ führt sie ihr grün schimmerndes Wasser umgeben von üppigster Vegetation ruhig und gemütlich mäandrierend die Ebene entlang und lässt es nach bereits 45 Kilometern in die malerische Lagune von Marano münden.  Romantisch säumen dann und wann jahrhundertealte Villen ihren Lauf, sie strahlt Stille aus, Langsamkeit und Ruhe, ihr Anblick besänftigt jegliche Hektik. Dem besonderen Charme dieses Sterns am friulanischen Flusshimmel verfiel auch der Autor Werner Freudenberger und räumte ihm eine gewichtige Rolle in seinem Buch "An smaragdgrünen Flüssen: Entdeckungsreisen durch Friaul Julisch Venetien" ein, in dem er direkt zu den schönsten Plätzen am Wasser, zu romantischen Dörfern und gemütlichen Trattorien führt. An diesem exklusiven Tag lädt er persönlich zur gemeinsamen Fluss-Erkundung vom Ursprung bis zur Mündung mit wunderbaren Gelegenheiten, sich der Schönheit und Kraft des wandelbaren Gewässers und der reichlichen Erzählungen und Erläuterungen des Autors zu erfreuen.

Sonntag, 16. Oktober 2022

Fluss Stella: Die Romantische auf dem Weg ins Vogelparadies

Triest blickt auf ein reiches jüdisches Leben bis ins 13. Jahrhundert zurück. Dank der offenen Einwanderungspolitik der Habsburgermonarchie wurde die jüdische Triestiner Gemeinde in die städtische Gesellschaft der Hafenstadt integriert, was sie erblühen ließ. Umso mehr nach der Ausrufung des Freihafens 1719 durch Kaiser Karl VI. Besonders im 18. und 19. Jahrhundert strömten viele osteuropäische Juden nach Triest und reiches jüdisches Leben dauerte bis zur Zeit des Nationalsozialismus an. Heute zählt die einst mit 6000 Mitgliedern sehr große jüdische Gemeinde noch rund 500 Gläubige. Viele Symbole, Stätten und Gebäude, die von dieser spannenden Historie zeugen, sind in der Stadt gut erhalten geblieben. Noch heute lässt sich das jüdische Ghetto, in dem an die 100 Jahre jede Nacht die Tore geschlossen wurden, ausmachen. Die Synagoge beeindruckt u.a. als eine der größten jüdischen Gotteshäuser Europas, der Jüdische Friedhof nicht weniger mit rund 12.000 Grabsteinen. Ein Ausflug in das jüdische Triest der Vergangenheit und Gegenwart bietet Einblick in die spannende, wechselvolle Geschichte und darf auch als Zeichen gegen das Vergessen verstanden werden.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Jüdisches Triest

„Friaul ist ein Kompendium der ganzen Welt“ schrieb der italienische Dichter Ippolito Nievo und meinte damit die große landschaftliche und kulturelle Vielfalt dieser Region. Im Herzen des Landes zeugen besondere Städtchen von der intensiven historischen und traditionellen Seite inmitten der friulanischen Buntheit. Entdecken Sie einen Tag die urbanen Kleinode Sacile, Valvasone und San Vito al Tagliamento, die mit ihrem speziellen Flair vereinnahmen und durch ihre reichen, in unseren Breiten eher unbekannten Schätze – von Palazzi bis zum antiken Theater – das Reiseherz erfreuen. Auf kulinarischer Seite darf die friulanische Kunst der Grappa-Produktion das Reiseerlebnis noch etwas veredeln.

Samstag, 29. Oktober 2022

Historische Kleinode im Herzen Friauls

Kunst, Prunk, Pracht und Noblesse – davon hat Venedig in Hülle und Fülle zu bieten. Die großen, steinernen Protagonisten, die unzähligen Palazzi, faszinieren bereits mit ihren Fassaden. Besonders atemberaubende Eindrücke mögen ihr oft geheimnisvolles „Dahinter“ als Ausstellungsflächen, Museen oder ganz besonders etwa als privates Piano Nobile hinterlassen, bietet sich dazu eine der raren Gelegenheiten. Ein spannender Dialog zwischen edlen, alten Gemäuern und spektakulärem, zeitgenössischem Kunstgeist darf als Kunst-Biennale-Beitrag vom Feinsten im Herzen der Serenissima erlebt werden. Dort, wo einst der Universalkünstler Mariano Fortuny gemeinsam mit seiner Ehefrau Henriette lebte und in seinen Palazzo-Werkstätten kreierte wie schuf, präsentiert das kürzlich wiedereröffnete Museum Fortuny das umfangreiche, außergewöhnliche Wirken im nicht weniger faszinierenden Palazzo.  Wie ein traditioneller Palazzo heute in Verwurzelung alter Traditionen lebendig bleibt, das lässt eine außergewöhnliche Palazzo-Besitzerin ihre Gäste bei einem rund dreistündigen, sicherlich unvergesslichen Besuch in ihren Privaträumlichkeiten erleben.

Freitag, 11. November 2022

Venedig: Kunst und Noblesse im Palazzo

Die slowenische Hauptstadt hat sich über die Jahre zu einer der attraktivsten Weihnachts-destinationen Mitteleuropas entwickelt. Die architektonischen Juwele der Altstadt, von den Barockfassaden, den wunderschönen Jugendstilhäusern bis zu den malerischen Brücken des berühmten Architekten Jože Plečnik erstrahlen im weihnachtlich-romantischen Lichtermeer. Authentische Kunsthandwerksmärkte und vieles mehr untermalen die herzerwärmende Atmosphäre diesseits und jenseits des Flusses Ljubljanica. Doch nicht genug an diesem Tage: Musik liegt in der Luft! Eine der größten Welterfolge der Operngeschichte, die berühmte „Carmen“ von Georges Bizet  steht im kleinen, feinen Opernhaus – dem Slowenischen Nationaltheater – auf dem Programm. Im Vorfeld führt Sie der profunde Opernkenner und ausgebildete Opernsänger Josef Nadrag ins Werk ein. Und was passierte lange bevor wohlige Klänge aus Orchesterräumen erschallen konnten? Die Erfindung der Musikinstrumente. Das älteste Instrument der Welt ist hier im Nationalmuseum zu bewundern.

Samstag, 26. November 2022

Klingender Advent in Ljubljana

Die slowenische Hauptstadt hat sich über die Jahre zu einer der attraktivsten Weihnachts-destinationen Mitteleuropas entwickelt. Die architektonischen Juwele der Altstadt, von den Barockfassaden, den wunderschönen Jugendstilhäusern bis zu den malerischen Brücken des berühmten Architekten Jože Plečnik erstrahlen im weihnachtlich-romantischen Lichtermeer. Authentische Kunsthandwerksmärkte und vieles mehr untermalen die herzerwärmende Atmosphäre diesseits und jenseits des Flusses Ljubljanica. Doch nicht genug an diesem Tage: Die adventliche Vorfreude findet schließlich im kleinen, feinen Opernhaus – dem Slowenischen Nationaltheater – das sich in den letzten Jahren u.a. als Ort erstklassiger Ballettaufführungen einen Ruf erarbeitet hat, ihre Krönung. Es steht der weihnachtliche "Nussknacker" mit seinem 20jährigen Jubiläum auf dem Programm. Es ist eines der wohl meistgespielten Werke der Ballettliteratur, das für Generationen von Ballettbesuchern immer wieder zum Schlüsselerlebnis geworden ist. Und bevor der Tanz der Zuckerfee die Herzen höher schwingen lässt, darf noch auf den Spuren des Zuckers selbst gewandelt werden: beim Besuch der ehemaligen Zuckerfabrik, die sich gerade als einzigartige, spektakuläre Kunst- und Kulturdrehscheibe der Stadt einen Namen macht.

Samstag, 10. Dezember 2022

Kultureller Advent in Ljubljana

(Hinweis: Der ursprüngliche Herbsttermin 2022 wurde auf Frühling 2023 verlegt.)

Verträumte Steindörfer wie aus einer anderen Zeit, beeindruckende Burganlagen, fruchtbare Hänge voller Wein und Menschen mit viel Liebe zur Natur im Herzen, all das macht den slowenischen Karst so besonders. Vor allem, wenn man sich ihm langsam, Schritt für Schritt nähert. Die Wanderungen durch den Karst starten im Dorf Avber, in dem es gut erhaltene Bauernhöfe und hervorragenden Wein gibt. Von dort geht es einmal durchs idyllische Raša-Tal mit seinen Mühlen und dem rauschenden Fluss bergauf nach Kobdilj und nach Štanjel, in die „Perle des Karsts“. Zum Teil wird auch auf den Spuren vom k.u.k.-Architekten und Erfinder Max Fabiani gewandelt, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert in der Region ansässig ist und die nicht nur aufgrund ihres Weines berühmt wurde. Am Sonntag führt der Weg über die Grenze nach Italien, hinauf auf ein sakrales Kleinod mit Blick über die Bucht von Triest bis Grado. Unterwegs begegnen einem viele Natur- und Kulturwunder – vom 600 Jahre alten Maulbeerbaum bis zum prachtvollen „Ferrarigarten“ inmitten schönster Karstidylle. Selbstverständlich wird auch groß aufgetischt mit all den Köstlichkeiten, die die Region zu bieten hat. Die Wanderungen sind mit fünf Stunden Gehzeit pro Tag auf gut begehbaren Wanderwegen auf den durchschnittlich ambitionierten Wandergast ausgerichtet. Die Wanderung wird bei jeder Witterung – zumutbar adaptiert an die jeweiligen Verhältnisse – durchgeführt.

Freitag, 21. bis Sonntag, 23. April 2023

Kultiviertes Wandern durch die Juwele des Karsts

Das pittoreske Stadtbild der 2021 in einzelnen Bereichen sogar zum UNESCO-Welterbe erhobenen slowenischen Hauptstadt lässt den Gast gerne im Freien verweilen. Es gibt genug zu bestaunen! Doch für Kenner und jene, die es noch werden wollen, bietet die kalte Jahreszeit auch wohlig-warme Gelegenheiten, die Kulturstadt im Inneren seiner zahlreichen, beachtlichen Museen zu erkunden. Es ist ein Eintauchen in Kunst- und Kulturbeiträge, die für Ljubljanas Vergangenheit bis Gegenwart stehen. Der Tag bietet eine kleine Auswahl vom eher unter Geheimtipp firmierendem Eisenbahnmuseum, das zu großer Eisenbahnnostalgie lädt, über das etwas abgelegene Metelkova-Museums-Viertel bis zum stattlichen Nationalmuseum, das mit stolzen Superlativen aufzuwarten hat. Geführt wird er von einer großen Ljubljana-Kennerin, die auch noch rundherum sehr viel zu erzählen weiß.

Termin in Ausarbeitung.

Ljubljana: Muße in den Museen

Venedig – Stadt wertvollster Textilerzeugungen über Jahrhunderte und Generationen! Die edlen Stoffproduzenten der Serenissima stehen bis heute für Qualität wie Noblesse in Formvollendung und beliefern weltweit die Beletage des guten Stils. Zur Schau gestellt werden ihre pracht- und wertvollen Werke wie Brokat, Seide und Damast in den Manufakturen, Schauräumen, Archiven, Museen und Palazzi der Lagunenstadt. Besonders faszinierend dabei ist es, Weberinnen bei ihrer Arbeit an den originalen Webstühlen aus dem 18. Jahrhundert zuzuschauen, nicht weniger die edlen Stoffe, die sie zur Gänze von Hand herstellen, zu bewundern. Die Gelegenheit zu einer intensiv-spannenden Zeitreise durch die Welt des venezianischen Stoffes bietet der Besuch des Venezianischen Textilkundezentrums in einem charmanten Palazzo. Mit noch einmal viel Stoff erfreuen letztendlich die edlen Schauräume eines seit Generationen renommierten Familienunternehmens, im Piano Nobile eines Palazzos. Nicht nur das umfangreiche historische Archiv sondern vor allem auch die Stoffpracht in zeitgenössischem Design aus deren kreativen Quellen lassen den Atem anhalten. Es darf ein spannender Tag rund um die offenen und echten Geheimnisse historischer und gegenwärtiger venezianischer textiler Schätze erwartet werden.

Termin in Ausarbeitung.

Venedig spezial: Stoffe, aus denen die Träume sind