Wien und die letzten Dinge

„Der Tod muss ein Wiener sein“, lautet eine bekannte Redewendung. A Bankl reiß‘n, die Potsch‘n streck‘n, die Bock aufstön…Im wienerischen Idiom gibt es eine bunte Sammlung an Ausdrücken, die den Moment des Dahinscheidens beschreiben und dessen Bedeutung für die WienerInnen einmal mehr unterstreichen. Dieses besondere Verhältnis zwischen dem Tod und Wien findet seit vielen Jahrzehnten seinen Ausdruck in der „schenen Leich“, im Kult rund um prunkvolle Bestattungen, dem sogenannten „Pompfünebrieren“, rund um Friedhöfe und rund um vieles an Skurrilitäten. Doch auch dieser Kult unterliegt in Zeiten des allgegenwärtigen Internets einem immer größeren Wandel, der auf spannende Weise jenen unserer heutigen Gesellschaft widerspiegelt. Kein geringerer als Wiens bekanntester Funeralexperte führt Sie aus verschiedensten Perspektiven persönlich durch das Thema – historisch, kunsthistorisch bis humoristisch – vom funeralen Habsburgerprunk bis zum digitalen Sensenmann. Der Besuch der Ehrengräber am in seinen Dimensionen gewaltigen Zentralfriedhof, der Grabstätten der „Namenlosen“ an der Donau, der ehrwürdigen „Kaisergruft“ in glanzvoller Morbidität, des „Narrenturms“, der wohl merkwürdigsten Institution der europäischen Museumslandschaft, sowie des digitalen Bestattungsmuseums mit allen aktuellen Trends von heute schafft Einblick und zeigt letztendlich die Lebendigkeit einer Stadt durch ihren besonderen Umgang mit den „letzten Dingen“ und dem „Danach“.

Wien und die letzten Dinge